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Gottes Wort

Behüte dein Herz

By | Gottes Wort

„Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben“. (Sprüche 4,23, LUT2017)

Dieser Vers befindet sich in einem Kapitel, in dem Salomo seinen Sohn mahnt, den Weg der Bösen zu vermeiden, denn „der Gottlosen Weg ist wie das Dunkel; sie wissen nicht, wodurch sie zu Fall kommen werden“.  (Sprüche 4,19)

Ich lese gerade ein Buch auf Englisch – Life Without Lack – von meinem Lieblingstheologen, Dallas Willard (auf Deutsch etwa Ein Leben ohne Mangel). Er schreibt: „Wenn Gott das Böse betrachtet, sieht er nicht ausschließlich menschliche Taten, sondern auch die Gedanken und Absichten, die sich hinter den Taten verstecken. Gott erforscht unser Herz und erkennt unsere Gedanken aus zwei Gründen:

  1. weil unser Leben daraus quillt, und
  2. weil unsere Gedanken und Ideen Satans Spielfeld sind.

„Satan herrscht über uns mittels Bilder, Ideen, Gefühle und Ängste. Aus dieser komplizierten Quelle entspringen die meisten unserer Taten und Handlungen, also gerade darauf konzentriert sich Satan.

„Menschen können nicht gezwungen werden, Böses oder Gutes zu tun. Sie entscheiden sich entweder für das Gute oder das Böse. Wie treffen sie diese Entscheidungen? Ganz einfach. Sie werden überzeugt, dass eine Vorgehensweise besser als eine andere ist. Aus diesem Grund arbeitet Satan an unserem Herz durch unsere Gedanken, genau wie er es mit Eva im Garten von Eden getan hat. „Hat Gott wirklich gesagt?“ fragte die Schlange die Frau. (1. Mose 3,1)

„Wir behüten unser Herz, indem wir unser Herz mit Gott füllen. Sein Wort zu betrachten und unser Wesen von ihm ernähren zu lassen sind viel mehr als nur nette Aktivitäten, die wir von Zeit zu Zeit tun mögen. Unser Leben hängt davon ab!

„Der Psalmist schenkte uns ein Rezept fürs Leben als er schrieb: »Ich habe dein Wort in meinem Herzen bewahrt, damit ich nicht gegen dich sündige«. (Psalm 119,11 NL) In seinem Wort spricht Gott uns Leben spendende Wahrheit zu, denn sein Wort ist »lebendig und wirksam. Es durchdringt unsere innersten Gedanken und Wünsche. Es deckt auf, wer wir wirklich sind, und macht unser Herz vor Gott offenbar«. (Heb. 4,12, NL)

„Wenn wir morgens aufstehen, sollen wir als allererstes denken: »Herr, rede mit mir. Ich höre zu. Ich möchte deine Stimme hören.« Wir sagen dies nicht, weil es einfach ein netter Start in den Tag ist, sondern, weil mit Gott und seinem Wort erfüllt zu sein der einzige Weg ist, nicht durcheinander zu werden. Wenn du nichts Ähnliches machst, ist es dir unmöglich neutral zu denken. Deine Gedanken werden unbedingt irgendeinen Inhalt haben; du kannst deine Gedanken nicht entleeren. Gedanken sind wie die Natur, die ein Vakuum verabscheut. Deine Gedanken unterhalten sich entweder mit Gottes Wahrheit, oder sie unterhalten sich mit Satans Lügen. Eine dritte Option gibt es nicht.“ – Life Without Lack, Dallas Willard, Seiten 82-83 #LifeWithoutLack

Krass oder? Genau aus diesem Grund habe ich über die Jahre hinweg mehrere Bibelpassagen auswendig gelernt, dann habe ich Gottes Wort immer parat, egal wo ich bin und was ich mache. Über zeitlose Wahrheiten nachzusinnen gibt mir Orientierung für den Alltag und formt meine Gedanken. Versuch es selber!

Allein der Glaube – Angst überwinden

By | Angst, Dankbarkeit, Glaube, Gottes Wort

Am 01.10.2017 haben wir anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation mit einer vierteiligen Reformationsreihe angefangen. Unsere Gemeindereferentin Mindy Boyd hat uns gut ins erste Thema, „Allein der Glaube“, hineingeführt. Heute geht’s weiter mit der Frage „Was für eine Auswirkung kann oder soll unser Glaube auf unsere Ängste haben?“

Im Buch Expedition Freiheit schreiben die Autoren einige Andachten zum Thema „Glauben als Lebenshaltung“, die auf dem 23. Psalm basieren. Psalm 23, 4: »Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich«.

Geben wir es zu: Wir haben alle Ängste. Das finstere Tal sieht bei jedem anders aus. Wir haben Angst vor Ablehnung, Arbeitslosigkeit und Angst vor der Macht der Vergangenheit. Wir haben Angst vor Einsamkeit, Krankheit, Verlassenwerden, Versagen und vor einer unsicheren Zukunft. Wir haben vielleicht sogar Angst vor Gott und insbesondere vor dem Tod. Heute morgen wurde ich von einer älteren Frau angerufen, die versichern wollte, dass ich mich um ihre Beerdigung kümmern würde, wenn es so weit ist – sie ist 82 und freut sich guter Gesundheit. „Das Sterben gehört zum Leben“, meinte sie.

Im Psalm 23 ist das Schaf, das in ein dunkles Tal gekommen ist, ziemlich wehrlos. Womit kann er sich gegen Gefahren schützen? Er muss sich auf den Hirten verlassen; der Hirte ist seine einzige Hoffnung.

»Aber machen wir uns nichts vor: Selbst wenn der Hirt dabei ist, fühlt sich das nicht toll an … Bei einem vollkommenen Vertrauen würde die Angst auch vollkommen verschwinden. Aber mal ehrlich: Wer hat das schon? In der Realität sind Angst und Glaube in unserem Herzen viel enger miteinander verwoben, als uns lieb ist … Die Angst füttert sich dabei nahezu von allein. Sie nimmt es, wie es kommt: innerlich ausgemalte Szenarien des Schreckens, negative Gedanken, entmutigende Geschichten, angstmachende Bilder aus dem Fernsehen oder Internet. Und natürlich auch die eine oder andere negative Erfahrung, die wir gemacht haben. All das lässt unsere Angst größer und stärker werden.«

»Viel wird davon abhängen, unseren Glauben zu „füttern“, bevor wir ins dunkle Tal geraten. So, dass er schon möglichst stark ist, bevor die Angst kommt. Dann können wir der Angst etwas Substanzielles entgegensetzen. Der Schlüssel zur Überwindung der Angst – „ich fürchte kein Unglück“ – steckt in dem Bewusstsein: „Du bist bei mir“. Je nachhaltiger diese Gewissheit in uns wird, desto mehr weicht die Angst. Allerdings fällt so ein Glaube nicht einfach vom Himmel. Er speist sich aus den Erfahrungen guter Tage – und aus einer intensiven Kommunikation zwischen Gott und und Mensch. Glaube wird gestärkt durch …

  • dankbares Schauen auf Gottes Wirken in der Vergangenheit. „Count your blessings – Zähle wie oft dich Gott gesegnet hat“, sagen die Amerikaner. Gerade in Situationen des Mangels kann es hilfreich sein, sich zu vergegenwärtigen, wie Gott einen bereits früher gesegnet hat.« Vor vier Jahren fing meine Frau Anne an, die Sachen wofür sie dankbar ist, schriftlich aufzulisten. Matt Redmans Lied „10.000 Gründe“ hat sie motiviert, 10.000 aufzuschreiben und im September hat sie ihr Ziel erreicht. Hut ab! Jetzt überlegt sie sich, wieder von vorne herein anzufangen.
  • »den regelmäßigen Umgang mit dem Wort der Heiligen Schrift. Das wäre Martin Luthers „Nr. 1 Tipp“ in dieser Frage. Glauben und Vertrauen basieren auf dem Wort der Verheißung, das Gott uns in der Bibel zuspricht.« Paulus schrieb im Römerbrief 10, 17: »Und doch kommt der Glaube durch das Hören (oder Lesen!) dieser Botschaft, die Botschaft aber kommt von Christus.«
  • ein Umfeld, das unser Vertrauen stützt. Menschen färben aufeinander ab. Wir werden auf Dauer so wie die Menschen, die uns umgeben. Darum brauchen wir, um unseren Glauben zu stärken, Menschen um uns herum, die ebenfalls glauben.« Eigentlich brauchen wir Christen um uns herum, die einen stärkeren Glauben haben als wir selbst. Solche Menschen fördern unseren Glauben. Dies ist besonders wichtig, wenn wir tendieren zu zweifeln oder zynisch zu sein.
  • »die intensive Beschäftigung mit der Person Jesu. Jesus ist die vertrauensweckende Maßnahme schlechthin. Darum sind sein Glaube, seine Liebe und seine Hoffnung ansteckend. Vor allem die Tatsache, dass er unseren Tod geteilt hat, damit wir an seiner Auferstehung teilhaben dürfen.«
  • »persönlichen Zuspruch in Seelsorge und Segen. In Glaubenskrisen kommen wir oft mit pauschalen Ratschlägen nicht weiter. Sehr viel mehr helfen uns da der persönliche Zuspruch durch eine/n Seelsorger/in und speziell auf uns abgestimmte Lösungswege.«

»Glaube ist in der Tat das einzige, was auf Dauer gegen die Angst hilft. Freilich wirkt der Glaube nicht wie eine Medizin, die man kurz schluckt, und die Angst verschwindet. Es ist eher wie bei einem therapeutischen Prozess, der sich über längere Zeit hinzieht, wie er in ganz tiefe Ebenen unserer Persönlichkeit hineinreicht und diese Schicht um Schicht freilegt und nach und nach entängstigt«.

Zitate kommen aus dem Buch Expedition Freiheit, S. 110-112, Klaus Douglass & Fabian Vogt, © 2016 by C & P Verlagsgesellschaft mbH, Glashütten