Gott eine Chance geben

By 11. November 2015Gebet

Viele Menschen gehen durchs Leben ohne viele Gedanken an Gott zu verlieren. Im Osten von Deutschland, z.B., gibt es viele solcher, die in einer völlig gottlosen Kultur aufgewachsen sind.

Was wäre aber, wenn es wirklich einen Gott gäbe? Was wäre, wenn dieser Gott keine unpersönliche Kraft wäre, sondern ein persönliches Wesen, das sich für Menschen interessiert?

Louis Zamperini war ein hyperaktiver Raubake und der Sohn italienischer Eltern, die in die USA ausgewandert waren. Er wuchs in Kalifornien auf und war einer derer, die nie einen Gedanken an Gott verloren hatten – dann brach der zweite Weltkrieg aus. Louis wurde Offizier in der Luftwaffe und diente im pazifischen Raum als Bombenschütze in einem Bombengeschwader.

Eines Tages von Hawaii aus wurde ihrer Besatzung befohlen, sich an der Suche nach einem vermutlich abgestürzten Flugzeug zu beteiligen. Die Besatzung sollte gerettet werden. Ihr Flugzeug war leider nicht vollkommen flugtüchtig; dennoch wurden sie losgeschickt, da es trotzdem den TüV bestanden hatte. Mitten im Flug über dem pazifischen Ozean hörte ein Motor auf zu funktionieren und kurze Zeit später setzte ein zweiter Motor aus. Der Pilot verlor die Kontrolle über das Flugzeug und es stürzte ab. Bei dem Aufprall starben acht Besatzungsmitglieder.

Die drei Überlebenden schafften es, ins Rettungsboot zu kommen. Dabei konnten sie ganz wenig an frischem Wasser und Essensvorräten aus dem Flugzeug herausholen, bevor es untertauchte. Sie waren mitten im pazifischen Ozean verschollen, hunderten von Meilen vom Festland entfernt. Die Aussicht war ziemlich duster.

Es ist ein interessantes Phänomen, dass manche Menschen, die Gottes Existenz bislang verleugnet haben und einmal dem Tod ins Auge sehen müssen, plötzlich anfangen zu diesem Gott zu beten. Wenn es keinen Gott gibt, wie erklärt sich dieses Phänomen? Woher kommt diese Sehnsucht?

Letzten Sommer las ich die wahre Geschichte „Unbroken” vonLouis Zamperini und seine Beharrlichkeit als Kriegsgefangener der Japaner im zweiten Weltkrieg. Obwohl die Geschichte sowieso unglaublich spannend war, war ich bei diesem Phänomen in folgenden Auszügen hängen geblieben. Es fängt kurz nach dem Absturz an …

S. 141-2: Die Körper der Verschollenen wurden immer schwächer. Keiner von ihnen hatte in den vergangenen drei Tagen etwas gegessen. Sie waren wirklich hungrig und durstig. Nachdem sie die B-24 gesichtet hatten, verbrachten sie eine weitere Nacht in Eiseskälte, dann einen langen vierten Tag. Es waren weit und breit keine Flugzeuge, keine Schiffe, keine U-Boote zu sehen. Jeder der Männer trank die letzten Tropfen seiner Wasserration.

Irgendwann am fünften Tag rastete Mac aus. Nachdem er tagelang fast nichts gesprochen hatte, begann er plötzlich zu schreien, dass sie gerade dabei seien zu sterben. Mit einem wilden Blick in den Augen tobte er und konnte nicht aufhören zu schreien. Louis schlug ihm ins Gesicht. Mac wurde sofort still, legte sich und erschien seltsam zufrieden.

Mac hatte allen Grund den Glauben zu verlieren. Ihr Wasser war aufgebraucht. Nachdem die B-24 sie passiert hatte, waren keine weiteren Flugzeuge mehr vorbeigekommen und die Strömung trieb sie weg von den Flugrouten, die von ihnen wohlgesonnenen Fliegern genutzt wurden. Wenn die Suche nach ihnen nicht schon aufgegeben worden war, so würde das bald der Fall sein.

In dieser Nacht betete Louis vor er versuchte zu schlafen. Davor hatte er erst einmal in seinem Leben gebetet, in seiner Kindheit als seine Mutter krank war und ihn plötzlich die Angst überkommen hatte, dass er sie verlieren würde. In dieser Nacht im Rettungsboot, mit Worten, die er in Gedanken zusammensetzte und die es nicht ganz über seine Lippen schafften, bat er um Hilfe.

S. 154: Für Phil gab es eine andere Quelle der Kraft, eine, derer sich selbst Louis nicht bewusst war. Laut seiner Familie war Phil auf seine stille, zurückhaltende Art ein tief religiöser Mann, der den Glauben in sich trug, den ihm seien Eltern nahegebracht hatte.

S. 155: Zwei Wochen vergingen. Die Haut der Männer war von der Sonne verbrannt, angeschwollen und aufgerissen. Rätselhafte weiße Linien bildeten ein Strichmuster auf ihren Finger- und Fußnägeln und durch das Salz verursachte Geschwüre zogen sich an ihren Beinen, ihrem Gesäß und ihrem Rücken hoch. Die Rettungsfloße lösten sich in der Sonne und dem Salzwasser zunehmend auf und deren strahlend gelbe Farbe färbte Haut und Kleidung der Männer und machte es alles klebrig.

Die Körper der Männer schwanden langsam davon. Jeden Tag stellte Louis bei sich und seinen Bootskameraden eine zunehmenden Gewichtsdifferenz zum Vortag fest: Die Hosen wurden weiter, die Gesichter schmäler. Als sie die Zweiwochenmarke überschritten hatten, begannen sie grotesk auszusehen. Das Fleisch hatte sich verflüchtigt. Ihr Wangen, nun mit Bartwuchs, hatten sich ins Konkave gewölbt. Ihre Körper verdauten sich selbst.

S. 156: Die Zweiwochenmarke war für Louis auf eine andere Art ein Wendepunkt. Er begann laut zu beten. Er hatte keine Ahnung, wie er zu Gott sprechen soll, also rezitierte er Gebetsfetzen, die er in Filmen gehört hatte. Phil neigte seinen Kopf als Louis sprach und trug ein „Amen“ am Ende des Gebets bei.

S. 158: Am sechsten Tag ohne Wasser realisierten die Männer, dass sie es nicht mehr lange aushalten würden … Sie neigten ihre Köpfe gemeinsam und Louis betete. Wenn Gott ihren Durst lindern könnte, so schwor er, würde er ihm sein Leben widmen.

Am nächsten Tag – durch göttliches Eingreifen oder dank dem launischen Humor der Tropen – öffneten sich die Schleusen des Himmels und Regen strömte herab. Noch zweimal ging das Wasser aus, noch zweimal beteten sie und noch zweimal kam der Regen. Die Schauer gaben ihnen gerade genug Wasser, um ein Weilchen länger zu leben.“

Diese Geschichte beantwortet nicht die Fragen, die ich früher stellte, aber sie zeigt das Ringen eines Menschen, der unbedingt überleben will, auch wenn er selbst nichts tun kann, um seine Überlebenschancen zu verbessern. Mit dem Glauben an Gott hatte er nichts am Hut. Er brauchte Hilfe und er wagte es, Gott um Hilfe zu bitten. Wissenschaftlich kann es nicht bewiesen werden, dass Gott seine Gebete erhört hatte, aber es ist schon interessant, dass er genau das bekam, was er zum Überleben brauchte.

Jesus hat einmal gesagt: „Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden. Denn wer bittet, wird erhalten. Wer sucht, wird finden. Und die Tür wird jedem geöffnet, der anklopft. “ (Matthäus 7)

Gott freut sich wenn wir endlich mal erkennen, dass ihm Ressourcen zur Verfügung stehen, von denen wir nur träumen können – und, dass er sie mit uns gerne teilt, wenn wir ihn darum bitten! Er freut sich, wenn wir uns auf ihn verlassen und aufhören, alles selbst regeln zu müssen. Geben Sie ihm eine Chance. Sie müssen dem Tod nicht ins Auge sehen bevor Sie den Sprung wagen!

– die Auszüge stammen aus dem Buch auf Englisch Unbroken: A World War II Story of Survival, Resilience, and Redemption, copyright 2010 von Laura Hillenbrand, Random House, und wurden von der FeG Dresden-Süd ins Deutsch übersetzt